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04.09.19 Festrede, Ordensverleihung Dr. Käßmann

Festrede zur Verleihung des Ordens "Mudzborgher Löwe"

Liebe Familie Käßmann, Verwandte und Freunde, verehrte Gäste,

die sich heute in dieser Basilika versammelt haben, um an dem festlichen Akt der Preisverleihung "Mudzborgher Löwe“, teilzunehmen -
sie sind alle herzlich Willkommen.

Von der Bruderschaft in Spanien überbringe ich die herzlichsten Grüße von unserem Bruder Juan Carlos.

Mit großer Freude begrüße ich ganz herzlich unsere Ehrenritter
Dres. Niedergerke und Jürgen Köster vom Presse Club Hannover.

Heute sind wir hier in dieser wunderschönen Marktkirche von Hannover versammelt um eine Person zu ehren, die sich wie kaum jemand anders für soziale Gerechtigkeit und bessere Lebensqualität für alle Menschen auf dem Weg Gottes eingesetzt hat.

Es ist mir eine besondere Ehre und Freude an dieser Stelle die diesjährige Preisträgerin der Medaille begrüßen zu dürfen.
Die Theologin und ehemalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann.

Der Orden Bruderschaft der Mudzborgh vergibt jährlich die Ehrenritter-Medaille "Mudzborgher Löwe" an Menschen, die sich durch besonderes soziales Engagement hervorgetan haben.

Dafür werden sie von den Mudzborgh-Rittern als Ehrenritter der Mudzborgh und des Heiligen Apostel Jakobus ausgezeichnet.

Bisherige Träger der Ehrenritter Medaille sind:

Dres. Ricarda und Udo Niedergerke, die Ehrung wurde in der Ärztekammer von Hannover vorgenommen.

Seine Heiligkeit Papst Franziskus, bei einer Audienz im Vatikan.

Prof. Takeshi Kakihara von der Universität Nagoya/Japan, im Zentrum Gallego, Haus der Galicier, von Hannover.


Dr. Frank Walter Steinmeyer, die offizielle Ehrung wird zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen.

Prof. Enrique Santin Diaz, in der Kathedrale von Santiago de Compostela/Spanien.

Dr. Paul Chodor, Pfarrer der St. Anna Gemeinde, für seine Pastorale Arbeit, in Hannover

Jürgen Köster, Vorsitzender vom Presse Club Hannover, in Hannover.


Dies sind alles Personen, die sich durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Gerechtigkeit und Verständigung zwischen den Völkern, für die Einhaltung der Menschenrechte, Respekt vor Traditionen und Kultur, für die Erhaltung und Einigung der Christlichen Kirche im Rahmen der Ökumene und auch für die Erhaltung des Jakobskults verdient gemacht haben.

Diese wunderbaren Menschen haben alle unsere guten und humanen Werte und Tugenden von Hilfsbereitschaft hochgehalten. Dank dieser Personen wird das Leben unserer Mitmenschen verbessert.
Deshalb haben sie alle unsere Anerkennung hochverdient.

Die Theologin und ehemalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann vertritt - wie kaum jemand anders - die Werte, für die unsere Bruderschaft
der Mudzborgh steht. Nämlich:

„DIE EINIGUNG DER CHRISTLICHEN KIRCHEN IN DEN WORTEN JESUS CHRISTUS, IN EINEM ÖKUMENISCHEN RAHMEN".

Seit vielen Jahren ist sie mit Herzblut, Einsatzwillen und großem Zeitaufwand für die Allgemeinheit tätig. Neben ihrer eigentlichen theologischen Arbeit hat sie in verschiedenen Funktionen führend mitgewirkt und hat so wichtige Grundlagen geschaffen. Ihre Begeisterungsfähigkeit hat vielen Menschen Freude gebracht und sie hat viele Menschen inspiriert.

Frau Dr. Käßmann bezeichnete im Jahr 2005 die Ökumene als ein zentrales Anliegen jedes Christen. Jesus Christus hatte vor seiner Kreuzigung um die Einigkeit seiner Nachfolger gebetet und alle getauften Christen zum gemeinsamen Abendmahl verpflichtet. Dr. Margot Käßmann vertritt fest die Meinung, dass man nur über die Ökumene die Vielfalt des Glaubens an Jesus Christusglaubwürdig bezeugen und so die Einigkeit der Menschen fördern kann. Aus diesem Grund hatte Dr. Margot Käßmann auch vorgeschlagen, Ökumenische Gottesdienste durch gemeinsame Andachten zu ersetzen.

Ich, Bruder Wolfgang - Canciller des Ordens Bruderschaft der Mudzborgh - möchte nicht weiter über den interessanten und humanen Lebensweg der verdienten Person Dr. Margot Käßmann sprechen. Das wird die Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann in ihrer Laudatio viel vollständiger tun.

Ich werde mich auf diese feierliche und wichtige Veranstaltung konzentrieren. Und das ist die heutige Vergabe des "Mudzborgher Löwen 2019", hier in einer der ältesten Kirchen Hannovers, der Marktkirche.

Frau Kreisel-Liebermann, ich danke Ihnen ganz herzlich, dass die Bruderschaft der Mudzborgh hier heute zu Gast sein darf.

Sehr geehrte Frau Dr. Käßmann, meine geehrten Damen und Herren,

die außerordentlichen Verdienste, die Frau Dr. Käßmann verkörpert, sind hoch anerkennenswert und rechtfertigen die Ehrung mit der einzigartigen Auszeichnung in Deutschland, mit der Ehrenritter-Medaille "Mudzborgher Löwe"
die ich heute im Namen des Heiligen Apostel Jakobus und des Herzogs Heinrich der Löwe (Gründer dieser Bruderschaft im Jahr 1182) als Canciller des Ordens Bruderschaft der Mudzborgh, hier in dieser historischen Marktkirche von Hannover gleich überreichen werde.

Dazu gratuliere ich Ihnen, Frau Dr. Käßmann, ganz herzlich. Sie erhalten diese Auszeichnung nicht nur für ihre hervorragende Arbeit für die Institution Kirche, sondern auch für ihre ganz außergewöhnliche und persönliche Lebensleistung.

Ich will an dieser Stelle Goethe zitieren, der immer behauptet hat:

"LEIDER LÄSST SICH EINE WAHRHAFTIGE DANKBARKEIT MIT WORTEN NICHT AUSDRÜCKEN".

Sie werden sich sicherlich fragen, was der Orden Bruderschaft der Mudzborgh ist und welchen Zielen er folgt?

Die Bruderschaft der Mudzborgh ist die älteste Bruderschaft Deutschlands. Gegründet zu Ostern 1182, durch Herzog Heinrich dem Löwen.
In der Burgkapelle der im Jahr 1013 erbauten Mudzborgh
des Bischofs Bernward von Hildesheim.

Der Orden besteht aus Brüdern, die gleichzeitig Ritter der Mudzborgh und Diener des Heiligen Apostel Jakobus sind.
Unsere Heimat ist die St. Anna-Kirche in Misburg.
Denn hier stand bis 1523 die Burgkapelle,
die im Jahr 1013 von Bischof Bernward von Hildesheim geweiht wurde.

Im Jahr 2009 ist die Bruderschaft wiedergegründet worden, nachdem sie fast 500 Jahre in Vergessenheit geraten war.
Nach der Hildesheimer Stiftsfehde 1519-1523 war die Mudzborgh nicht mehr zeitgemäß und wurde verlassen.

Die Bruderschaft ist nun eine christliche Glaubensgemeinschaft des 21. Jahrhunderts, die verschiedenen Zielen folgt:

Der Orden der Bruderschaft der Mudzborgh versteht sich als eine christliche Verbrüderung, die sich berufen fühlt, die alten christlichen Glaubenstraditionen in einer sich veränderten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu erhalten und damit im Sinne der Ökumene die Einigung der traditionellen römischen christlichen Kirche zu erreichen.

Die Worte Jesu zu befolgen, bedeutet die Einigkeit seiner Kirche. Die Worte unseres Herrn Jesus Christus sind im Laufe der vielen Jahrhunderte so unterschiedlich interpretiert worden, dass sie zu einer Uneinigkeit im christlichen Glauben geführt haben.
Die Einigkeit der Christen aber garantiert den zukünftigen Frieden und die Eintracht aller Gläubigen.

Um dieses Ziel zu erreichen, fühlt sich die Bruderschaft der Mudzborgh berufen,
die Geschichte der Festung Mudzborgh - unser heutiges Misburg -
zu erforschen und als
Diener des Heiligen Apostel Jakobus den Jakobskult zu erforschen und zu erhalten
sowie die Einigung der christlichen Kirchen in der Ökumene zu fördern.

Das ist unsere Mission!

Sie wurde im Jahr 2015 von Papst Franziskus und 2016 von Erzbischof Julian Barrio Barrio von Santiago de Compostela bekräftigt und gesegnet.

Die Bruderschaft der Mudzborgh ist eine friedliche Konstellation von Menschen, die auf einer Wellenlänge liegen. Die Verbrüderung durch einen Schwur folgt einem erhaltenen Auftrag, um im christlichen Bereich bestimmte Ziele zu erreichen.

Dabei geht es nicht nur um die Einigung der christlichen Kirchen - was ein wichtiger Faktor unserer Zeit ist - sondern um die Schaffung von gerechten, humanitären Lebensbedingungen für alle Mitmenschen.
Um Respekt vor unserer Natur und Umwelt.
Um die Erhaltung alter Traditionen, Geschichte und Kulturerbe.

An erster Stelle steht die Bruderschaft der Mudzborgh für den Respekt vor der Menschenwürde laut Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Ohne Diskriminierung.
Egal welcher Herkunft, Farbe, Religion, Geschlecht oder politischer Einstellung.

DAS IST UNSERE MISSION, ZU DER SICH DIESE CHRISTLICHE BRUDERSCHAFT BERUFEN FÜHLT. DAS IST UNSER ZIEL. DAFÜR STEHEN ALLE BRÜDER ALS MUDZBORGH-RITTER IM DIENSTE DES HEILIGEN APOSTELS JAKOBUS, UM FÜR EINE GEMEINSAME CHRISTLICHE KIRCHE DER ZUKUNFT IN DER ÖKUMENE ZU ARBEITEN.

Ich möchte zum Schluss dieser Rede kommen, aber vorher noch folgendes sagen:

Es ist uns eine Freude, dass wir, dank Pastorin Kreisel-Liebermann, diesen heutigen festlichen Akt in der Marktkirche von Hannover zelebrieren können.
Hier wurde genau heute vor 20 Jahren Frau Dr. Margot Käßmann, als Bischöfin geweiht.
Aber die Marktkirche von Hannover hat auch für die Bruderschaft der Mudzborgh eine große Bedeutung, da dieser evangelisch - lutherischer Tempel einen für uns höchst heiligen Ort darstellt:

Diese prächtige Kirche ist seit dem Jahr 1342 unserem Patron und auch dem Patron der Pilger, dem Heiligen Apostel Jakobus, geweiht.
Eine Skulptur des Heiligen Apostel Jakobus ziert – wie auch die des Heiligen Georg - das Hauptportal der Kirche.

Aus Anlass für diese Ehrung und als Dank an die Marktkirche stiftet die Bruderschaft eine besondere Pilgerkerze, die Pilgerkerze der Bruderschaft der Mudzborgh.

Solch eine Pilgerkerze steht bereits in der

- St. Anna Kirche,
- im Hildesheimer Dom,
- in der Kathedrale in Santiago de Compostela,
- in der Johanniskirche Misburg und in
- St. Panthaleon in Köln.



Vielen herzlichen Dank.