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12.05.2015 Rede im Dom zu Hildesheim

Rede vom Canciller Wolfgang in der Krypta vom Dom in Hildesheim.
Als Zeichen der Verbundenheit zwischen der Bruderschaft der Mudzborgh und dem Bistum Hildesheim werden wir diese Pilgerkerze zum 1200-jährigen Jubiläum anzünden und möge Gott uns den Weg in die Zukunft erleuchten.

Die Bruderschaft der Mudzborgh ist heute zum Dom gekommen, um die Verbundenheit mit dem Bistum Hildesheim seit seiner Gründung im Jahr 815 durch Ludwig der Fromme zu bekräftigen.

1200 Jahre sind seit der Gründung vergangen. Misburg gehörte seither zu den Ländereien mit den der Frankenkönig den Bistum ausgestattet hatte.

Misburg war von anfang an die westliche Grenze zum Bistum Minden und daher ein Zankapfel zwischen zwei Bistümern die noch keine regulierte Grenzen im Zeitalter der Ottonen hatten.

Das Zeitalter der Ottonen, war eine Ära mit vielen Gefahren für das neue Bistum und seiner Menschen.

Die Wikinger mit ihren Streifzügen zogen plündernd durch unser Land. Das nutzten auch die slawischen Stämme, um gegen das Reich zu revoltieren. Die Hauptstadt der Diözese Hildesheim war in großer Gefahr. Verden und Uelzen wurden bereits durch die Nordmänner verwüstet und in Asche zerlegt.

Kaiserin Theophanu musste auf Anratung von Bischof Erpo von Verden und durch ihren Berater und Lehrer ihres Sohnes Otto III., handeln. Bei einem Gespräch mit ihren Getreuen im Kloster Corvey am 25. Dezember 983 befahl sie die Grenzregulierung zwischen den Bistümern Minden und Hildesheim, um einen Schutz für das norddeutsche Reich in Form einer neuen Verteidigungslinie für Land und Menschen gegen die massive Bedrohung durch die Wikinger, die bereits ihre Zerstörungen in der Nähe der Diözese Hauptstadt Hildesheim trieben.

Eine Festung, eine Flucht- und Schutzburg musste gebaut werden, die das gesamte Gebiet um die Diözese Hildesheim Schutz für Land und Menschen bieten kann. Ein Rückzugsgebiet für Gefahr und fremde Angriffe.

Für dieses Vorhaben war das Gebiet Mudisa (heute Misburg) mitten im Moor, Sumpf und Waldgebiet, am besten geeignet. Die Siedlung Mudisa (250 n.Chr. von den Thüringern gegründet) war auf einem Areal, mitten im Supf, eine Insel, mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet (der Nordwald). Kaiserin Theophano wusste, dass hier, um eine Festung zu bauen, die alte Siedlung Mudisa weichen musste.

Im Jahr 993 wurden die Grenzen endlich nach 10 Jahren Verhandlung, geregelt. Der Vertrag über die Regelung wurde im Beisein von vielen Zeugen, die Bischöfe von Minden und Hildesheim sowie der Erzbischof Friedrich von Mainz, in einem feierlichen Akt in der Siedlung Mudisa besiegelt.

Von Hildesheimer Seite war der neu ernannte Bischof Bernward zugegen, der dieses Dokument unterschrieben hat.

Ab Sommer 994 war es soweit, mit Hilfe der Reichsgelder und mit der Beteiligung von Bischof Erpo (der kurz davor starb) wurde mit dem Bau der Mudzborgh begonnen.

20 lange Jahre, mit vielen schwierigen Bauphasen wurde an der Burg gearbeitet, bis im Jahr 1013 die imposante Mudzborgh des Bischof Bernward von Hildesheim, stand.

An dem Bau der Mudzborgh beteiligten sich die Bauarchitekten und Steinmetze, die damals auch an dem Bau der Bernwardmauer in Hildesheim tätig waren. Die Steinquader kamen aus dem gleichen Steinbruch in der Nähe von Springe am Deister.

Der erste Kastellan der Mudzborgh war Graf Tammo, der jüngere Bruder von Bischof Bernward, der gleichzeitig die Grafschaftsrechte für den Gau Astfala, durch Heinrich II., im gleichen Jahr, erhalten hatte.

Im Jahr 1182, zu Ostern, wurde in der Kapelle der Mudzborgh, die Bruderschaft der Mudzborgh durch den Herzog der Sachsen, Heinrich der Löwe, gegründet. Der Kastelan im Dienste des Bischofs von Hildesheim auf der Mudzborgh war der Ritter Dietrich von Alethen (heute die von Alten), der gleichzeitig Ministeriale des Bischofs von Hildesheim war.

Durch einen Geheimschwur entstand zu Ostern 1182 die Bruderschaft der Mudzborgh. Es war ein Geheimbund, um den Herzog und seine Familie auf dem Weg in die Verbannung nach England, zu sichern. Ein Schiff wartete in Bremen auf die Herzogfamilie, die noch eine gefährliche Reise über Wege, die von Soldaten des Kaisers Friedrich I. Barbarossa, kontrolliert wurden.

Nachdem Heinrich der Löwe und seine Familie sicher mit Hilfe der Bruderschaft gelangten, stellte sich die Bruderschaft der Mudzborgh in den Dienst der Christenheit und überwachten als Ritter des Apostel Jakobus den Jakobsweg für die Pilger, der durch das Bistum Hildesheim Richtung Santiago de Compostela verlief.

Am 17. Oktober 2009 erweckten Wolfgang und Juan Carlos die Bruderschaft zu neuem Leben.

Die Mission der Bruderschaft ist, die alte Tradition der christlichen Kirche in einem ökumenischen Rahmen zu erhalten.

Geschichte und Kultur unserer Heimat zu erforschen, sowie den Jakobskult mit den Pilgerwegen, die seit dem Mittelalter durch das Bistum Hildesheim verlaufen, zu neuem Glanz zu verhelfen.

Das war eine kleine Beschreibung über 1200 Jahre Verbundenheit Mudisa – Mudzborgh – Misburg mit dem Hildesheimer Dom und dem Bistum Hildesheim.

Mehr Infos in der Chronik Misburg 2012 und dem Journal „1000 Jahre Mudzborgh“