Regeneration unterwegs: den Ruhetag richtig in die Tour legen

Rubrik
Körper & Tempo
Veröffentlicht am
16. Juni 2026
Lesezeit
5 Min.
Regeneration unterwegs: den Ruhetag richtig in die Tour legen
Wann ein Ruhetag hingehört, was an ihm sinnvoll ist und warum ein kurzer Gehtag oft besser erholt als ein Tag völliger Bewegungslosigkeit.

Ein Ruhetag ist kein verlorener Tag, sondern der Grund, warum die zweite Wochenhälfte funktioniert. Der Fehler liegt selten darin, keinen einzulegen, sondern ihn zu spät einzulegen, nämlich erst dann, wenn ohnehin nichts mehr geht.

Zeitpunkt: nach Plan, nicht nach Erschöpfung

Setzen Sie den Ruhetag im Voraus, üblicherweise nach fünf bis sieben Gehtagen. Diese Regel wirkt starr und ist trotzdem die bessere Lösung, weil die Selbsteinschätzung nach mehreren Tagen unter Belastung unzuverlässig wird. Zeichen, die einen vorgezogenen Ruhetag rechtfertigen:

  • Ruhepuls am Morgen deutlich über dem gewohnten Wert
  • Schlaf unter fünf Stunden in zwei aufeinanderfolgenden Nächten
  • Gelenkschmerz, der beim Gehen zunimmt statt sich einzulaufen
  • Deutlich nachlassender Appetit trotz hoher Belastung

Aktiver Ruhetag: Bewegung in kleiner Dosis

Völliger Stillstand fühlt sich am Morgen gut an und am Nachmittag steif. Besser sind zwei bis vier Kilometer lockeres Gehen ohne Rucksack, dazu zehn Minuten Dehnen für Wade, Hüfte und Oberschenkel. Ein Schwimmbad, sofern eines im Ort ist, wirkt auf müde Beine besser als jede Salbe. Wer stattdessen einen halben Tag im Bus sitzt, um eine Sehenswürdigkeit zu sehen, kehrt häufig unerholter zurück, als er losgefahren ist.

Ein Ruhetag ohne Rucksack, mit einem langen Frühstück und zwei Kilometern Spaziergang, bringt mehr als ein Tag im Bett.

Praktisches: Wäsche, Material, Verpflegung

Nutzen Sie den Tag für alles, was unterwegs Zeit kostet: Wäsche waschen und wirklich trocknen lassen, Schuhe und Einlagen lüften, Sohlen und Nähte prüfen, Verbandmaterial und Verpflegung auffüllen, Geräte laden, die nächsten drei Etappen durchsehen und Unterkünfte anfragen. Essen Sie an diesem Tag bewusst mehr Kohlenhydrate und Eiweiß als an Gehtagen; das Defizit der vergangenen Woche lässt sich nur in Ruhe ausgleichen. Und legen Sie den Ruhetag möglichst in einen Ort mit Bahnanschluss. Falls die Tour hier endet, ist die Rückreise dann eine Entscheidung und kein Problem.

Geschrieben von
Die Redaktion
Rubrik
Körper & Tempo
03

Mehr aus dieser Rubrik